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DP-Ausweis (Britische Zone)

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Serial No bis Sternchen198715Surname bis visible markPlace of issue und date of issueSignature of holderStemp, Signature of CentreDPACS at which registeredVier Stempel bei Date of Renewal Stempel Orderly RoomFindevermerkControl Commission for Germany (British Zone)PWXIRO mandate Stempel

Diese identity card erhielten DPs in der Britischen Besatzungszone, um sich ausweisen zu können. Zuvor hatte die UNRRA alle Campbewohner*innen der Zone überprüft. Es sollten nur diejenigen einen Ausweis erhalten, die auch berechtigte (eligible) DPs waren. Dafür mussten sie die Merkmale erfüllen, die die UNRRA und die Britische Militärregierung festgelegt hatten.

Die Ausweise sehen alle sehr ähnlich aus, egal in welchem DP-Camp sich die Person aufhielt. Der Hauptunterschied sind allerdings die Stempel: Weil der Ausweis alle drei Monate verlängert werden musste, sind manche Karten fast unübersichtlich mit Stempeln übersäht.

Diese identity card erhielten DPs in der Britischen Besatzungszone, um sich ausweisen zu können. Zuvor hatte die UNRRA alle Campbewohner*innen der Zone überprüft. Es sollten nur diejenigen einen Ausweis erhalten, die auch berechtigte (eligible) DPs waren. Dafür mussten sie die Merkmale erfüllen, die die UNRRA und die Britische Militärregierung festgelegt hatten.

Die Ausweise sehen alle sehr ähnlich aus, egal in welchem DP-Camp sich die Person aufhielt. Der Hauptunterschied sind allerdings die Stempel: Weil der Ausweis alle drei Monate verlängert werden musste, sind manche Karten fast unübersichtlich mit Stempeln übersäht.

Hintergrundinformationen zu DP-Dokumenten

Weitere Beispiele

Fragen und Antworten

  • Wo wurde das Dokument eingesetzt und wer hat es erstellt?

    Wie in den anderen Besatzungszonen auch standen die verantwortlichen UNRRA-Mitarbeiter*innen und Vertreter*innen der Militärregierung auch in der Britischen Besatzungszone vor der Situation, dass sich in den DP-Camps Personen aufhielten, die eigentlich nicht von ihnen versorgt werden sollten. Um zu erkennen, wer ein berechtigter (eligible) DP war, führten sie daher Überprüfungen (screenings) durch. Erfüllte die Person alle Kriterien, um als DP zu gelten, erhielt sie oder er eine identity card, also einen DP-Ausweis. Dieser wurde von der Militärregierung – der Control Commission for Germany (British Element), kurz CCG(BE) – ausgestellt. In den Camps verlängerten die UNRRA- und später auch die IRO-Mitarbeiter*innen die Ausweise, die die DPs bei sich trugen.

  • Wann wurde das Dokument verwendet?

    Am 14. Oktober 1946 ordnete die UNRRA an, dass alle DPs der Britischen Zone überprüft werden sollten. Der frühste bisher gefundene Ausweis datiert auf den Februar 1947, also den Zeitpunkt, an dem die screenings beendet waren. Wie lange die Ausweise genutzt wurden, kann bisher nicht genau gesagt werden. Es sind aber in den Arolsen Archives Ausweise überliefert, die noch Anfang 1950 ausgestellt wurden.

  • Wofür wurde das Dokument genutzt?

    Militäreinheiten und UNRRA-Mitarbeiter*innen hatten bei Kriegsende zunächst alle Personen, die sich bei ihnen meldeten, ungeprüft als DPs registriert. Eine genaue Überprüfung hätte die geplante Repatriierung, also die schnelle Rückkehr von Millionen von Menschen in ihre Herkunftsländer, nur verzögert. Ab 1946 sah die Situation allerdings anders aus: Die zurückgebliebenen DPs mussten für längere Zeit in Camps untergebracht und es mussten neue Wege für sie gefunden werden, weil viele von ihnen die Repatriierung verweigerten. Da so aber nur die Personen versorgt werden sollten, die auch berechtigte (eligible) DPs waren, führten die Militärregierungen zusammen mit der UNRRA screenings (Überprüfungen) durch.

    Diese Überprüfungen gab es in allen drei westlichen Besatzungszonen. In der Britischen Besatzungszone ordnete die UNRRA ab Oktober 1946 screenings an. UNRRA-Teams befragten daraufhin mit Hilfe von Fragebögen die Bewohner*innen der 130 Camps der Britischen Besatzungszone. Da in der Britischen Zone alle DPs in Camps registriert sein mussten – anders als zum Beispiel in der US-amerikanischen Zone, wo es auch sogenannte free-living DPs gab, die in Privatunterkünften lebten – wurden also alle DPs überprüft, die es in der Britischen Zone gab. Bei Zweifelsfällen ging die Entscheidung über den DP-Status an eines der neun regionalen screening boards über. Darin waren neben UNRRA-Mitarbeiter*innen auch Vertreter*innen der Militärregierung, der CCG(BE). Auch die nationalen Verbindungsoffiziere konnten eingeschaltet werden, wenn es zum Beispiel Fragen zur Nationalität einer Person gab. Um zu belegen, dass jemand die Überprüfung bestanden hatte, erhielt sie oder er schließlich mit der identity card ein Dokument, das sie oder ihn als DP auswies. Erfüllte die Person nicht die Bedingungen, um den DP-Status zu erhalten, weil sie zum Beispiel mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet (kollaboriert) hatte oder erst nach dem vorgegebenen Stichtag (30. Juni 1946) in die Britische Zone gekommen war, sorgte das Britische Militär dafür, dass sie oder er das Camp verließ.

    Der Ausweis, den die DPs daraufhin erhielten, war jeweils für drei Monate gültig. Er konnte aber mit Stempeln verlängert werden. Aber auch lange nach dem Ende der Überprüfungen im Februar 1947 wurden weiterhin neue Ausweise ausgestellt. Wie das Verfahren bei diesen späteren Ausweisen war, muss noch erforscht werden.

  • Wie häufig ist das Dokument?

    Basierend auf den Zahlen des Historikers Wolfgang Jacobmeyer kann berechnet werden, wie viele DP-Ausweise in der Britischen Zone mindestens ausgestellt worden sein müssen: Von den ca. 177.800 bis Februar 1947 überprüften DPs erhielten nur 10 Prozent keinen DP-Status. Da die restlichen demnach berechtigte DPs waren, muss es also knapp 160.000 DP-Ausweise gegeben haben. Wie viele davon allerdings in den Arolsen Archives verwahrt werden, kann nicht gesagt werden. ITS-Mitarbeiter*innen haben die Ausweise nämlich alphabetisch-phonetisch mit anderen Dokumenten in die Nachkriegszeitkartei (Bestand 3.1.1.1) einsortiert. Das vereinfachte zwar die Suche nach Hinweisen auf Personen, führte aber auch dazu, dass man heute nicht weiß, wie viele DP-Ausweise überliefert sind. Moderne Computertechnik wird in naher Zukunft aber eine Antwort finden: Die sogenannte Clustering-Technik ermöglicht es, die DP-Ausweise und andere Dokumententypen zu identifizieren.

  • Was ist bei diesem Dokument zu bedenken?

    In den einzelnen Besatzungszonen gab es zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene DP-Ausweise. In der Britischen Zone wurden die PWX/DP Registration/Identity Cards genutzt. Die IRO identity card ist hingegen die Nachfolgerin der zuvor von der UNRRA ausgestellten D.P. identification card. Beide wurden nur in der US-amerikanischen Zone benutzt. In der Französischen Besatzungszone stellte die Militärverwaltung die Carte d’identité de Personnes Déplacées aus. Obwohl es verschiedene Stellen waren, die die Ausweise ausstellten, erfüllten sie doch denselben Zweck: DPs sollten sich als DPs ausweisen können.

    Dass die ab 1946 durchgeführten screenings der Auslöser für die Ausstellung der DP-Ausweise in der Britischen Zone waren, ist bekannt. Zum genauen Ablauf der Ausgabe der Ausweise sind allerdings noch viele Fragen offen. Es ist auch nicht bekannt, wann und warum die DPs ihre Ausweise abgegeben haben, sodass sie zum ITS, der Vorgängerorganisation der Arolsen Archives, gekommen sind. Anders als zum Beispiel beim DP-Ausweis der US-amerikanischen Zone sind bisher noch keine Anweisungen für die Ausstellung der Ausweise in der Britischen Zone gefunden worden. Falls Sie solche Anleitungen der UNRRA oder der Militärregierung kennen, freuen wir uns über Hinweise unter eguide(at)arolsen-archives.org.

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