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476286Oberer BereichDP Registration NumberFingerabdruckIssued at bis DatumRepatriated to bis DAtumName und Unterschrift AusstellerOfficial StampCancelled Stamp CM ITS Stempel

Damit sich DPs vor allem in den Camps ausweisen konnten, erhielten sie in der US-amerikanischen Besatzungszone DP-Ausweise. Durch eine Überprüfung aller Campbewohner*innen im Vorfeld stellten screening teams aus Militär und UNRRA sicher, dass nur berechtigte DPs ihn erhielten. Personen, die nicht in den Aufgabenbereich (Mandat) der UNRRA fielen, mussten die Camps verlassen.
Die DP-Ausweise sehen sich sehr ähnlich, weil sie zentral ausgegeben wurden. Sie unterscheiden sich nur durch die Stempel der einzelnen Camps, Admission Control Center oder Militäreinheiten voneinander.

Damit sich DPs vor allem in den Camps ausweisen konnten, erhielten sie in der US-amerikanischen Besatzungszone DP-Ausweise. Durch eine Überprüfung aller Campbewohner*innen im Vorfeld stellten screening teams aus Militär und UNRRA sicher, dass nur berechtigte DPs ihn erhielten. Personen, die nicht in den Aufgabenbereich (Mandat) der UNRRA fielen, mussten die Camps verlassen.
Die DP-Ausweise sehen sich sehr ähnlich, weil sie zentral ausgegeben wurden. Sie unterscheiden sich nur durch die Stempel der einzelnen Camps, Admission Control Center oder Militäreinheiten voneinander.

Hintergrundinformationen zu DP-Dokumenten

Weitere Beispiele

Fragen und Antworten

  • Wo wurde das Dokument eingesetzt und wer hat es erstellt?

    Um sicherzustellen, dass nur berechtigte (eligible) DPs von der UNRRA in den Camps versorgt wurden, fanden ab 1946 in der US-amerikanischen Zone Überprüfungen (screenings) statt. Spezielle screening teams, die überwiegend aus Vertreter*innen des Militärs bestanden, besuchten die Camps und befragten die dortigen Bewohner*innen. Stellte sich heraus, dass die Person alle Kriterien erfüllte, um als DP zu gelten, erhielt sie oder er den DP-Ausweis durch die UNRRA-Campverwaltung vor Ort, ab September 1946 auch durch die Admission Control Center. Die DPs trugen den Ausweis mit sich, um sich zum Beispiel bei der Ausgabe der Lebensmittelkarten im Camp auszuweisen. UNRRA-Mitarbeiter*innen erkannten im Gegenzug direkt, dass die Person berechtigt war, von ihnen versorgt zu werden.

  • Wann wurde das Dokument verwendet?

    Die DP-Ausweise wurden zwischen Mitte 1946 und Anfang 1948 verwendet. Sie verloren ihre Gültigkeit ab Januar/Februar 1948, als die IRO, die Nachfolgeorganisation der UNRRA, neue Ausweise in der US-amerikanischen Zone ausgab.

  • Wofür wurde das Dokument genutzt?

    Militäreinheiten und UNRRA-Mitarbeiter*innen hatten bei Kriegsende zunächst alle Personen, die sich bei ihnen meldeten, ungeprüft als DPs registriert. Eine genaue Überprüfung hätte die geplante Repatriierung, also die schnelle Rückkehr von Millionen von Menschen in ihre Herkunftsländer, nur verzögert. 1946 sah die Situation allerdings anders aus: Die zurückgebliebenen DPs mussten für längere Zeit in Camps untergebracht und es mussten neue Perspektiven für sie gefunden werden, weil viele von ihnen die Repatriierung verweigerten. Da so aber nur die Personen versorgt werden sollten, die auch berechtigte (eligible) DPs waren, führten die Militärverwaltungen zusammen mit der UNRRA screenings (Überprüfungen) durch.

    Diese Überprüfungen gab es in allen drei westlichen Besatzungszonen. In der US-amerikanischen Zone bestanden die screening teams (Überprüfungskommissionen) aus Vertreter*innen des Militärs (US Forces, European Theater, kurz: USFET) und einer beziehungsweise einem UNRRA-Mitarbeiter*in ohne Stimmrecht. Mit Hilfe von Fragebögen entschieden sie, wer als DP galt und wer nicht. Dafür besuchten sie alle Camps der US-amerikanischen Zone und befragten alle über 15-jährigen Bewohner*innen. Jüngere Kinder und Jugendliche erhielten den Status, der ihren Eltern zuerkannt wurde. Insgesamt überprüften die ca. 35 screening teams der US-amerikanischen Zone in 13 Monaten ca. 330.000 DPs.

    Nachdem die Entscheidung gefallen war, übergaben die screenings teams eine Liste mit den Namen aller berechtigten DPs an die Leiter*innen der DP-Camps. Die UNRRA-Mitarbeiter*innen der Campverwaltung stellten im Anschluss einen DP-Ausweis aus, den die DPs ab dann immer bei sich tragen mussten. Laut dem Historiker Wolfgang Jacobmeyer waren nur 12 Prozent der zwischen Juli 1946 und Juli 1947 überprüften Campbewohner*innen nicht eligible. Ca. 30.500 wurden daraufhin aus den Camps verwiesen, etwas mehr als 500 Personen wurden auf Grund ihrer Angaben verhaftet, weil sie zum Beispiel mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet (kollaboriert) hatten.

    Die DP-Ausweise der UNRRA waren nur in dem Camp gültig, in dem sie abgestempelt waren. Wechselte ein DP in ein anderes Camp, musste der Ausweis aber nicht neu ausgestellt werden. Stattdessen mussten die Campleiter*innen des neuen Camps den Ausweis nur erneut stempeln. Diese Information sollte – wie alle Änderungen an den Ausweisen – immer auch auf der DP 2 Karte der Person notiert werden.

    Im September 1946 – nachdem alle DPs einen Ausweis erhalten hatten, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem Camp in der US-Zone aufhielten – wechselte die Verantwortung für die Ausweise komplett zur UNRRA. Neue Ausweise wurden ab dann direkt zusammen mit anderen Registrierungsdokumenten ausgestellt. Das war zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes der Fall. UNRRA-Mitarbeiter*innen stellten aber auch neue Ausweise aus, wenn sich der Nachname einer Frau durch Eheschließung änderte oder der Ausweis verloren gegangen war. Auch DPs, die erst zu einem späteren Zeitpunkt in die US-amerikanische Zone kamen, erhielten nach der Überprüfung einen Ausweis.

  • Wie häufig ist das Dokument?

    Bis Anfang 1948 wurden ca. 330.000 Personen in der US-amerikanischen Zone überprüft, von denen nur ca. 39.000 keinen Ausweis erhielten, weil sie nicht die Kriterien erfüllten, um als DP zu gelten. Daher muss es rein rechnerisch mindestens ca. 290.0000 DP-Ausweise gegeben haben. In den Arolsen Archives sind aber bei weitem nicht so viele erhalten geblieben. Das hat vor allem damit zu tun, dass UNRRA-Ausweise eingezogen und zerstört wurden, als die neuen IRO-Ausweise vorlagen. Daher gibt es die frühen UNRRA-Ausweise nur sehr selten in den Arolsen Archives. Es handelt sich meist um Exemplare, die für ungültig erklärt worden waren, weil die Person zum Beispiel gestorben war oder einen neuen Ausweis erhalten hatte, weil sich der Name nach der Heirat geändert hatte.

    Mitarbeiter*innen des International Tracing Service (ITS), der Vorgängerorganisation der Arolsen Archives, haben die Ausweise alphabetisch-phonetisch mit anderen Dokumenten in die Nachkriegszeitkartei (Bestand 3.1.1.1) einsortiert. Das vereinfachte die Suche nach Hinweisen auf Personen, führte aber auch dazu, dass man heute nicht weiß, wie häufig die DP-Ausweise sind. Moderne Computertechnik wird in naher Zukunft aber eine Antwort finden: Die sogenannte Clustering-Technik ermöglicht es, die DP-Ausweise und andere Dokumententypen zu identifizieren und so auch zu zählen.

  • Was ist bei diesem Dokument zu bedenken?

    In den einzelnen Besatzungszonen gab es zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene DP-Ausweise. Der DP-Ausweis der UNRRA ist dabei der Vorgänger der IRO identity card. Beide wurden nur in der US-amerikanischen Zone benutzt. In der Französischen Zone stellte die Militärverwaltung die Carte d’identité de Personnes Déplacées aus. In der Britischen Zone wurden die PWX/DP Registration/Identity Cards genutzt. Obwohl es verschiedene Stellen waren, die die Ausweise ausstellten, erfüllten sie doch denselben Zweck: DPs sollten sich als DPs ausweisen können.

    Im Gegensatz zu anderen Ausweisen und Dokumenten ist der UNRRA-Ausweis in der US-amerikanischen Zone allerdings nicht doppelt ausgestellt worden. Die Campverwaltung hatte also kein zweites Exemplar für Kontrollzwecke in ihren Unterlagen. Daher gibt es den Ausweis heute auch nicht mehr sehr oft in den Arolsen Archives.

    Falls Sie zusätzliche Informationen zu diesen Karten haben, freuen wir uns über Informationen unter eguide(at)arolsen-archives.org. Neue Erkenntnisse können jederzeit in den e-Guide eingebaut und so allen zugänglich gemacht werden.

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