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Karte des Sicherheitsdienstes (SD) der deutschen Sicherheitspolizei

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Diese Karten wurden zwischen 1941 und 1944 vom Sicherheitsdienst (SD) der deutschen Sicherheitspolizei im besetzten Belgien angelegt. Grundlage bildeten behördliche Meldeunterlagen zu jüdischen Personen mit Wohnsitz in Belgien. Die Karten dienten den deutschen Besatzungsbehörden zur systematischen Überwachung und Dokumentation des Fortschritts von Deportation der jüdischen Bevölkerung.
Erfasst sind sowohl deportierte als auch nicht deportierte Personen, deren persönlichen Daten auf den Karten verzeichnet wurden. Letztere konnten sich der Deportation z.B. durch Flucht oder Untertauchen entziehen. Der Großteil der deportierten Personen wurde nach Auschwitz verschleppt, vielfach aus dem SS-Sammellager Mechelen.
Einzelne Karten enthalten Hinweise wie Transportnummern oder Deportationsdaten; der überwiegende Teil der Dokumente lässt jedoch keinen unmittelbaren Rückschluss auf den weiteren Verlauf der Verfolgungsgeschichte der betroffenen Personen zu.

Diese Karten wurden zwischen 1941 und 1944 vom Sicherheitsdienst (SD) der deutschen Sicherheitspolizei im besetzten Belgien angelegt. Grundlage bildeten behördliche Meldeunterlagen zu jüdischen Personen mit Wohnsitz in Belgien. Die Karten dienten den deutschen Besatzungsbehörden zur systematischen Überwachung und Dokumentation des Fortschritts von Deportation der jüdischen Bevölkerung.
Erfasst sind sowohl deportierte als auch nicht deportierte Personen, deren persönlichen Daten auf den Karten verzeichnet wurden. Letztere konnten sich der Deportation z.B. durch Flucht oder Untertauchen entziehen. Der Großteil der deportierten Personen wurde nach Auschwitz verschleppt, vielfach aus dem SS-Sammellager Mechelen.
Einzelne Karten enthalten Hinweise wie Transportnummern oder Deportationsdaten; der überwiegende Teil der Dokumente lässt jedoch keinen unmittelbaren Rückschluss auf den weiteren Verlauf der Verfolgungsgeschichte der betroffenen Personen zu.

Hintergrundinformationen zu KZ-Dokumenten

Weitere Beispiele

Fragen und Antworten

  • Wo wurde das Dokument eingesetzt und wer hat es erstellt?

    Der Sicherheitsdienst (SD) der deutschen Sicherheitspolizei in Brüssel legte zwischen 1941 und 1944 eine Kartei an, um den Verlauf der Deportationen von Jüdinnen und Juden sowie von Sinti und Roma zu dokumentieren. 
    Grundlage der darin enthaltenen Angaben bildeten die sogenannten „Judenregister“ der Gemeindeverwaltungen sowie weitere behördliche Datenquellen. Nach einer Verordnung der deutschen Besatzungsmacht vom 28. Oktober 1940 waren jüdische Personen in Belgien verpflichtet, sich bei den Gemeindeverwaltungen registrieren zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die jüdische Bevölkerung Belgiens insgesamt etwa 75.000 Personen, die überwiegend in Antwerpen und Brüssel lebten. Rund 22.000 von ihnen waren jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. Die Registrierung von Jüdinnen und Juden stellte eine zentrale administrative Voraussetzung für ihre spätere Internierung und Deportation dar.

  • Wann wurde das Dokument verwendet?

    Die Kartei wurde zwischen 1941 und 1944 während der deutschen Besatzung Belgiens vom Sicherheitsdienst genutzt. Beim Rückzug der Deutschen im September 1944 blieb sie im belgischen Hasselt zurück. Darauf weist der auf vielen Karten im unteren Bereich angebrachte Stempel „Document trouvé à la Werbestelle de Hasselt“ hin. Über die AIVG (Aide aux Israélites Victimes de la Guerre – Hilfe für israelitische Kriegsopfer) gelangte die Kartei 1945 an die Administration du Service des Victimes de la guerre (Archivdienst für Kriegsopfer) in Brüssel. 
    Dort wurde sie in den folgenden Jahren für Ermittlungszwecke und zur Klärung individueller Schicksale herangezogen. Zu diesem Zweck ergänzten Mitarbeitende des Archivdienstes die Karten in großem Umfang um handschriftliche Quellenexzerpte, Notizen sowie weitere für die Ermittlungen relevante Dokumente aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. 

  • Wofür wurde das Dokument genutzt?

    Die Kartei diente der deutschen Besatzungsbehörde zur Erfassung und Kontrolle der Deportationen der jüdischen Bevölkerung. Neue oder veränderte Informationen wurden fortlaufend handschriftlich auf den Karten ergänzt. So wurden etwa neue Adressen der Personen, Deportationen, das Verschwinden von Personen oder ihre Einweisung in Sammellager wie Mechelen vermerkt. Teilweise finden sich auf den Karten auch Transportnummern sowie das jeweilige Datum der Deportation. Das Ziel der Deportation wurde nicht festgehalten, die Mehrheit der Betroffenen wurde nach Auschwitz deportiert. 

  • Wie häufig ist das Dokument?

    Die Gesamtkartei umfasst heute über 56.000 Karten. Die Originale werden beim belgischen Archivdienst für Kriegsopfer aufbewahrt, wo die Kartei in drei Teileinheiten gegliedert wurde. 
    In einer Teilkartei wurden die SD-Karten sowie gegebenenfalls weitere Dokumente von Personen zusammengeführt, die aus dem SS-Sammellager Mechelen deportiert worden waren. Eine weitere Teilkartei enthält die Karten und Unterlagen von Personen, die von Lagern in Frankreich aus deportiert wurden, während eine dritte Teilkartei die Karten von Personen umfasst, die sich einer Deportation entziehen konnten, etwa durch Flucht oder Untertauchen.
    Diese Ordnung übernahm der ITS (Vorgängerorganisation der Arolsen Archives) bei der Übernahme der Kopien, die heute im Bestand 7.7.1 liegen.
     

  • Was ist bei diesem Dokument zu bedenken?

    Die maschinenschriftlichen Angaben auf den Karten wurden aus anderen Quellen, beispielsweise den Melderegistern, übernommen; handschriftliche Einträge wurden zu einem späteren Zeitpunkt von Mitarbeitenden des Sicherheitsdienstes (SD) ergänzt. Auf manchen Karten sind außerdem Spuren der Nutzung durch den Archivdienst nach dem Krieg erkennbar, etwa in Form von Notizen oder beigefügten Fotografien, die im Zuge der Bearbeitung von Anfragen entstanden sind.
    Teilweise existieren mehrere Karten für dieselbe Person. War die Karte einer Person nicht auffindbar, etwa weil sie noch nicht registriert worden war oder aufgrund abweichender Namensschreibweisen, schlechter Lesbarkeit oder fehlerhafter Zuordnung, wurde handschriftlich eine neue Karte angelegt. 

    Auf einigen Karten finden sich zudem rassistische Begriffe aus der nationalsozialistischen Ideologie wie „Mischling“ oder „Mischehe“.
    Heute ist unklar, nach welchem System diese Karten ursprünglich angeordnet waren. Es wird jedoch vermutet, dass sie als eine Kartei geführt wurden, unabhängig davon, wo und wann die betroffenen Personen inhaftiert oder deportiert wurden.

    Falls Sie weitere Hinweise zu diesem Dokument haben, freuen wir uns über Rückmeldungen an eguide@arolsen-archives.org. Die Dokumentenbeschreibungen im e-Guide werden regelmäßig erweitert – und das gelingt am besten durch das gemeinsame Zusammentragen von Wissen.

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