Seite von

Seite/

  • Quelle
  • Intro
Markierungen ein-/ausblendenMarker ein/aus
Zoom

Duplicate7509741DP / RefugeeCamp "A"Name bis Identifying MarkUnterschriftenFotoFingerabdrückeDatum CM1 ITS 1953Sent to file

Ab Januar 1948 erfüllte der DP-Ausweis (identity card) in der US-amerikanischen Zone eine wichtige Aufgabe: Mit Passbild, Fingerabdrücken und Unterschrift wurde belegt, dass diese Person berechtigt war, sich in einem DP-Camp aufzuhalten. Mit ihm konnten DPs sich ausweisen und IRO-Mitarbeiter*innen in den Camps erkannten direkt, dass die Versorgung dieser Person in ihren Aufgabenbereich fiel.

Da es eine genaue Anleitung gab, wie die DP-Ausweise ausgestellt werden sollten, sehen sie sich sehr ähnlich. Der größte Unterschied ergibt sich dadurch, dass die DPs das Original bei sich trugen, während das Duplikat in der Campverwaltung blieb. Die Originale, die teilweise in den Arolsen Archives erhalten sind, haben daher oft Risse und sind mehrfach geknickt.

Ab Januar 1948 erfüllte der DP-Ausweis (identity card) in der US-amerikanischen Zone eine wichtige Aufgabe: Mit Passbild, Fingerabdrücken und Unterschrift wurde belegt, dass diese Person berechtigt war, sich in einem DP-Camp aufzuhalten. Mit ihm konnten DPs sich ausweisen und IRO-Mitarbeiter*innen in den Camps erkannten direkt, dass die Versorgung dieser Person in ihren Aufgabenbereich fiel.

Da es eine genaue Anleitung gab, wie die DP-Ausweise ausgestellt werden sollten, sehen sie sich sehr ähnlich. Der größte Unterschied ergibt sich dadurch, dass die DPs das Original bei sich trugen, während das Duplikat in der Campverwaltung blieb. Die Originale, die teilweise in den Arolsen Archives erhalten sind, haben daher oft Risse und sind mehrfach geknickt.

Hintergrundinformationen zu DP-Dokumenten

Weitere Beispiele

Fragen und Antworten

  • Wo wurde das Dokument eingesetzt und wer hat es erstellt?

    Die US-amerikanische Militärverwaltung war sich bewusst, dass sich in den DP-Camps auch Personen aufhielten, die nach ihrer Definition keine DPs waren. Um sicherzustellen, dass nur berechtigte (eligible) DPs in die Camps eingelassen wurden, wiesen sie daher 1948 die Ausstellung neuer Ausweise an. In Teams besuchten Vertreter*innen des Militärs zusammen mit IRO-Mitarbeiter*innen die Camps und prüften die Unterlagen. Fiel die Person in die IRO-Verantwortung, füllten sie zwei Ausweis-Vordrucke aus: Das Original der identity card erhielt der DP, der den Ausweis ab dann immer bei sich trug. Das Duplikat, auf dem dieselben Informationen notiert waren, blieb für Kontrollzwecke in den Campverwaltungen. Später übernahmen IRO-Mitarbeiter*innen in den Control Centern das Ausstellen der Ausweise.

  • Wann wurde das Dokument verwendet?

    Nachdem die Anweisung für die DP-Ausweise am 7. Januar 1948 von der US-amerikanischen Militärverwaltung herausgegeben worden war, begann direkt das Ausstellen der Ausweise in den Camps. Personen, die erst später in ein DP-Camp kamen, erhielten bis Ende 1951 einen Ausweis. Die identity cards waren bis zum 1. Januar 1952 gültig, dem Datum, an dem die IRO ihre Arbeit einstellte.

  • Wofür wurde das Dokument genutzt?

    DP-Camps waren in der Nachkriegszeit Orte, an denen sich viele Tausende Menschen sammelten. Gerade in den großen Camps fiel dabei oft nicht auf, ob alle Bewohner*innen berechtigte (eligible) DPs waren. Stichtage, bis wann eine Person in der US-Zone angekommen sein musste, oder Regelungen, dass die Person nur bei juristischen Fragen unterstützt werden sollte, waren Gründe dafür, sie oder ihn aus dem Camp zu verweisen. Damit in den Camps überprüft werden konnte, wer ein berechtigter DP war, erhielten die DPs mit der identity card einen speziellen Ausweis. Die Mitarbeiter*innen in den Camps erkannten damit auf Anhieb, dass diese Person das Recht hatte, von ihnen versorgt zu werden. Gleichzeitig mussten alle Personen ohne den DP-Ausweis die Camps verlassen.

    Die Ausstellung erfolgte in allen Camps der US-amerikanischen Zone gleich: Teams aus IRO-Mitarbeiter*innen und Militärvertreter*innen besuchten die Camps und füllten für jeden dort positiv überprüften DP – auch für Neugeborene – zwei Vordrucke der identity card mit einer Schreibmaschine oder handschriftlich mit Tinte aus. Die Campbewohner*innen waren im Vorfeld angewiesen worden, zwei Passbilder bei sich zu tragen, die auf den DP-Ausweis geklebt wurden. Der military officer in charge glich den neuen Ausweis schließlich mit früheren Ausweisen und mit der DP 2 Karte ab, die sich in der Campverwaltung befand. Das Original der identity card erhielt dann der DP, während das Duplikat im jeweiligen Camp blieb. Die alten UNRRA-Ausweise wurden für ungültig erklärt und zerstört, sobald alle Camp-Bewohner*innen über den neuen IRO-Ausweis verfügten.

    Nachdem alle DPs einen Ausweis erhalten hatten, die sich Anfang 1948 in einem Camp aufhielten, änderte sich das Verfahren. Wenn die Prüfung des CM/1-Antrags ergeben hatte, dass die Person die sogenannte camp care erhalten, also in einem DP-Camp versorgt werden sollte, wurde eine identity card  beantragt. Die IRO informierte die DPs, wenn sie den neuen Ausweis nach einigen Tagen bei der Campleitung oder dem Control Center abholen konnten. Den Erhalt des Ausweises mussten sie bestätigen.

    Der Ausweis verlor seine Gültigkeit, wenn der DP das Camp verließ, weil er zum Beispiel auswanderte. Ein anderer Grund war der Verlust des DP-Status: DPs, die sich aus Sicht der IRO weigerten auszuwandern, sowie DPs, die in Deutschland bleiben wollten, wurden zu sogenannten German Economy Cases und fielen ab dann in den Verantwortungsbereich der deutschen Regierung. Ihre DP-Ausweise wurden daraufhin eingezogen.

    Wie wichtig der Ausweis war, erkennt man unter anderem daran, dass die DPs den Verlust der identity card bei der Polizeistelle des DP-Camps melden mussten. Viele Briefe der Campleitungen, der IRO und anderer Hilfsorganisationen verweisen zudem immer wieder auf den DP-Ausweis. Die IRO-Mitarbeiter*innen notierten die Ausweisnummer daher auch auf vielen weiteren Dokumenten wie der DP 2 Karte oder dem IRO Berechtigungszertifikat. Gleichzeitig benötigten die DPs die identity card aber auch in vielen Situationen, um sich auszuweisen. Wenn DPs während der Vorbereitungen zur Auswanderung zum Beispiel zu einem Termin erscheinen musste, nutzten sie die identity card, um sich auszuweisen. In den Camps wurden die Duplikate der Ausweise gesammelt und für Kontrollzwecke aktualisiert.

  • Wie häufig ist das Dokument?

    Theoretisch muss es für jeden DP, der sich ab Januar 1948 in einem Camp der US-amerikanischen Zone aufgehalten hat, zwei identity cards gegeben haben. Da die Originale bei den DPs blieben, sind in den Arolsen Archives heute mehr Duplikate als Originale überliefert. Wie viele von der IRO ausgestellte DP-Ausweise aber genau in den Arolsen Archives verwahrt werden, lässt sich nicht sagen. ITS-Mitarbeiter*innen haben die Karten nämlich alphabetisch-phonetisch mit anderen Dokumenten in die Nachkriegszeitkartei (Bestand 3.1.1.1) einsortiert. Das vereinfachte die Suche nach Hinweisen auf Personen, führte aber auch dazu, dass man heute nicht weiß, wie häufig die DP-Ausweise sind. Moderne Computertechnik wird in naher Zukunft aber eine Antwort finden: Die sogenannte Clustering-Technik ermöglicht es, die DP-Ausweise und andere Dokumententypen zu erkennen und so zu zählen.

  • Was ist bei diesem Dokument zu bedenken?

    In den einzelnen Besatzungszonen gab es zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene DP-Ausweise. Die IRO identity card ist die Nachfolgerin der zuvor von der UNRRA ausgestellten D.P. identification card. Beide wurden nur in der US-amerikanischen Zone benutzt. In der Französischen Zone stellte die Militärverwaltung die Carte d’identité de Personnes Déplacées aus. In der Britischen Zone wurden die PWX/DP Registration/Identity Cards genutzt. Obwohl es verschiedene Stellen waren, die die Ausweise ausstellten, erfüllten sie doch denselben Zweck: DPs sollten sich als DPs ausweisen können.

    Der von der IRO ausgestellte DP-Ausweis in der US-amerikanischen Zone sollte anfangs nur an DPs ausgegeben werden, die in einem Camp untergebracht waren. Die sogenannten free-living DPs, die außerhalb der Camps in Privatwohnungen lebten, erhielten ihn zunächst nicht. Sie sollten sich stattdessen mit dem Certificate of Eligibility ausweisen. Offenbar wurde die Regel später – eventuell ab Mai 1950 – erweitert, denn es gibt auch Ausweise für DPs, die nicht in einem Camp versorgt wurden. Falls Sie Hinweise zu den späteren Regelungen haben, freuen wir uns über eine E-Mail an eguide(at)arolsen-archives.org.

Hilfe zu Dokumenten

Zum Scan dieses Dokument<br> Kennzeichnungen auf Scan<br> Fragen und Antworten zum Dokument<br> Weitere Beispielkarten<br> Varianten des Dokuments